Mitgliederversammlung des HuK Ober-Flörsheim e.V.

von Wilhelm Gerlach

Heimat und Kultur sind Begriffe, die in letzter Zeit in Politik und Gesellschaft zunehmend an Bedeutung gewinnen. So gesehen schwimmt der Heimat- und Kulturverein (HuK) auf einer aktuellen Welle. Dies merkte man in der gut besuchten 18. Mitgliederversammlung des noch recht jungen Vereines in der Blücherhalle. Von seinen 109 Mitgliedern war fast ein Drittel anwesend. Für solche Versammlungen eine gute Präsenz, stellte Vorsitzender Dr. Helmut Schmahl zu Beginn fest.

Im formalen Teil standen die Vorstandswahlen im Vordergrund. Sie gingen ohne Überraschungen über die Bühne, lediglich wurde als neuer 2. Vorsitzender Steffen Neef für den aus gesundheitlichen Gründen ausgeschiedenen Hans-Jürgen Rudy gewählt. Dieser komplettiert künftig die Beisitzerrunde zusammen mit Dieter Blüm, Philipp Seidel, Sascha Leonhardt, Karlfried Höbel, Elvira Nies, Hans Jürgen Fuldner und Dieter Clauss. Als Schatzmeisterin bleibt Brigitte Rudy im Amt, ebenso wie Rudolf Maier als Schriftführer. Die Wahlen wurden durch die Tatsachen erleichtert, daß man ordnungsgemäße Kassenführung und eine zufriedenstellende Kassenlage attestierte, was die Entlastung des Vorstandes ermöglichte. Mit einem stillen Gedenken ehrte man die erste Schriftführerin des Vereines, Ingrid Schmahl, die vor wenigen Wochen verstarb.

“Wir haben im letzten Jahr ein strammes Programm absolviert.” Mit diesen Worten begann der Vorsitzende seinen Arbeitsbericht. In Wort und Bild erinnerte er an die durchgeführten Veranstaltungen und besonders an die Teilnahme im 1.250 – jährigen Jubiläumsjahr der Gemeinde, bei der man den Festakt maßgeblich mitgestaltete. Dank ging an Benjamin Waluga für die Modellierung eines Gedenksteines zu diesem Anlass, der vor der Blücherhalle aufgestellt wurde. Ebenfalls erwähnte er die Nachtwächterführung mit rund 150 Teilnehmern, die Kalendervorstellung, die Museumsarbeit, das Aufstellen von Hinweistafeln an einzelnen Straßenschildern, die Teilnahme am Weihnachtsmarkt und die drei stattgefundenen Vorstandssitzungen. Neue Ideen für dieses Jahr sammelten die Anwesenden in einer Befragungsrunde. Geplant ist eine Exkursion ins historische Lorsch am 15. Juni, ein Vortragsabend “400 Jahre Schule in Ober-Flörsheim”, die Mitgestaltung des Deutschlandbesuches der Wiener “Deutschherren-Ritter” am 2. Juni und einiges mehr, das jetzt im Vorstand sortiert und ausgearbeitet werden muß.

Zum Schluss bedankte sich Ortsbürgermeister Sascha Leonhardt beim Verein für seine vielfältigen Aktivitäten zum Wohle der Gemeinde, bevor die Versammlung mit dem traditionellen Imbiss und einer Bilderschau von Dieter Clauss zu Ende ging.

Jahreshauptversammlung am 20.03.2019

Der Heimat- und Kulturverein Ober-Flörsheim lädt seine Mitglieder zur diesjährigen Mitgliederversammlung am Mittwoch, dem 20. März 2019 um 20 Uhr in die Blücherhalle ein.

Tagesordnung:

  1. Begrüßung und Genehmigung des Protokolls der letzten Mitgliederversammlung
  2. Arbeitsbericht des Vorstandes und Museumsausschusses, Rückblick auf die Veranstaltungen/Aktivitäten des letzten Jahres
  3. Kassenbericht der Schatzmeisterin
  4. Bericht der Kassenprüfer
  5. Entlastung des Vorstandes
  6. Wahl der/des Ersten und Zweiten Vorsitzenden, des Schriftführers/der Schriftführerin, des Schatzmeisters/der Schatzmeisterin und aller Beisitzer
  7. Vorschau auf kommende Veranstaltungen
  8. Verschiedenes

Nach dem offiziellen Teil gibt es auch in diesem Jahr für alle anwesenden Mitglieder einen kleinen Imbiss auf Vereinskosten. Mit einer Bilderschau klingt der Abend aus.

Falls Sie als Vereinsmitglied Anträge zur Tagesordnung und Anregungen haben, lassen Sie diese bitte dem ersten Vorsitzenden oder einem anderen Vorstandsmitglied schnellstmöglich zukommen.

Über Ihr zahlreiches Erscheinen würde sich der Vorstand sehr freuen.

Teilnahme am Weihnachtsmarkt / Ober-Flörsheimer Kalender für das Jahr 2019

Auch in diesem Jahr nimmt der Heimat- und Kulturverein mit einem Stand am Ober-Flörsheimer Weihnachtsmarkt teil. Der Weihnachtsmarkt findet am Samstag, den 1. Dezember 2018, ab 16.00 Uhr in der Kommenturei statt. Unter anderem kann hier der Ober-Flörsheimer Kalender 2019 käuflich erworben werden.

Mitwirkung des Heimat- und Kulturvereins beim Festakt zum 1250-jährigen Ortsjubiläum

Dr. Helmut Schmahl trug unter dem Motto „Die Geschichte eines rheinhessischen Dorfes“ zahlreiche Details aus der wechselvollen Geschichte unseres Ortes vor. Ausgewählte Begebenheiten wurden anschließend unter Mitwirkung einiger Vereinsmitglieder in einem historisches Rollenspiel veranschaulicht, wobei auch an das Rollenspiel bei der letzten Nachtwächterführung angeknüpft wurde.
Weitere Informationen finden Sie in einem Artikel von Wilhelm Gerlach in der Allgemeinen Zeitung vom 6. November 2018: Epochen vereinigen sich in Blücherhalle.

Jubiläumsstein für den Außenbereich der Blücherhalle

Am Donnerstag, dem 1. November 2018 wurde der von Benjamin Waluga entworfene Jubiläumsstein im Außenbereich der Blücherhalle aufgestellt.


Auf der Vorderseite erkennt man das Ortswappen aus einem alten Gerichtssiegel aus dem 18. Jahrhundert sowie die Inschrift „1250 Jahre Ober-Flörsheim anlässlich des Jubiläums der Ersterwähnung und der Einweihung der Blücherhalle gewidmet vom Heimat- und Kulturverein Ober-Flörsheim“.
Auf der Rückseite befindet sich das Siegel der Deutschordenskommende und die Inschrift „1237-1801 Kommende Ober-Flörsheim Niederlassung des deutschen Ritterordens“.

Nachtwächterführung am 20. Oktober 2018

Historisch, amüsant, spannend. Dies alles trifft auf die Nachtwächterführung des Heimat- und Kulturvereines (HuK) anläßlich der 1.250 Jahr-Feier der Gemeinde zu. Historisch, weil Nachtwächter Franz Dirigo (Dr. Helmut Schmahl) und sein Sohn Jean (Philipp Seidel) die 150 Interessierten mit auf eine Zeitreise der letzten 200 Jahre durch die Ortsstrassen nahmen. Amüsant, weil sie auf dem abendlichen Sparziergang überlieferte Geschichten aus dieser Zeit erzählten und spannend, weil es dabei auch um Mord und Totschlag ging.

So wurde Franz Dirigo am Kopf verletzt, als ihm nachts eine wütende Ehefrau den Nachttopf an die Stirn warf. Oder eine andere vermeintlich betrogene Ehefrau brannte aus Rache mit ihrem eigenen Liebhaber nach Amerika durch. Ebenso ein Mörder, der in der Weedengasse einen unschuldigen Passanten erstach und ebenfalls nach Amerika verschwand. Unterwegs trafen Vater und Sohn sehr zur Freude ihrer Begleiter interessante Personen aus dem Ortsgeschehen.

Am Bürgerhaus öffnete der preußische Husarenoberst Blücher (Dennis Neef) ein Fenster, der von hieraus 1794 gegen die Franzosen zu Felde zog und später als „Marschall Vorwärts“ in die Geschichte einging. In diesem heutigen Bürgerhaus hatte er für 3 Monate sein Quartier bezogen. Der französische Besatzungssoldat Sylvain (Carsten Dieterich) stieß dazu, der eine einheimische Maid ehelichte und als Lebensretter einer in der Weed zu ertrinken drohende Wäscherin zum Helden wurde. Schließlich berichtete noch die Magd Marie (Edeltrud Böhm) von ihrem Schicksal in den damaligen unruhigen Zeiten.

Mit Unterstützung durch passende Liedbeiträge des MGV in der Münchgasse wurde die französische Revolution 1789 und ihre Auswirkungen auf das Dorf anschaulich dargestellt.

Ein besonderer Zwischenstopp war dann vor dem Rathaus. Auf dem Balkon wartete Sebastian Walter (Dieter Blüm) auf die Besucher. Er wurde im Jahre 1848 in Ober-Flörsheim geboren und wanderte als junger Mann ebenfalls nach Amerika aus. Dort kam er zu Ruhm und Reichtum als Erfinder und Fabrikant. Seine Grabstätte ist bis heute in Milwaukee erhalten. Am 30. Juni 1901 wurde in seinem Beisein das von ihm gestiftete Kriegerdenkmal auf dem nach ihm benannten Walterplatz vor dem Rathaus eingeweiht.

Mit dieser Begegnung fand ein fast 2-stündiger Rundgang mit einem gemütlichen Beisammensein in der Blücherhalle seinen Abschluss. Wie HuK-Vorsitzender Dr. Schmahl als der Initiator dieser Veranstaltung mitteilte, wolle man Vorfreude auf den Jubiläumsfestakt am 3. November bewirken, bei dem dieses historische Rollenspiel seine Fortsetzung finden wird.

Text: Wilhelm Gerlach

Einweihung einer Hinweistafel zur Geschichte der Ober-Flörsheimer Mennoniten am 20. Oktober 2018

Seit 1685, also seit über 300 Jahren, wohnen Mennoniten auf dem Münchhof in Ober-Flörsheim. Dies hat der Mennonitische Geschichtsverein zum Anlass genommen, eine Hinweistafel im Rahmen ihres Projekts „Täuferspuren – Mennoniten in Südwestdeutschland“ zu gestalten.

Die von HuK-Mitglied Friedhelm Höbel, Besitzer des Münchhofs, initiierte Tafel wird im Rahmen einer Feierstunde am Samstag, 20. Oktober um 11 Uhr in der Münchgasse 18 eingeweiht. Privatdozentin Dr. Astrid von Schlachta, Leiterin der Mennonitischen Forschungsstelle Weierhof, wird in diesem Zusammenhang über die Geschichte der Ober-Flörsheimer Mennoniten berichten, die im 19. Jahrhundert zeitweise nach Ibersheim die zweitgrößte Gruppe dieser Glaubensgemeinschaft in Rheinhessen stellten.

Hierzu und zu einem anschließenden Umtrunk laden Friedhelm Höbel und der Mennonitische Geschichtsverein alle herzlich ein!