Vorstellung des Ober-Flörsheimer Kalenders 2017

Auch 2017 wird der Kalender des Heimat- und Kulturvereins viele „Flerschemer“ in der Heimat und der Ferne durch das Jahr begleiten. Rund vierzig Interessierte fanden sich zur Vorstellung der sechzehnten Ausgabe im evangelischen Gemeindehaus ein. Das älteste Bild des diesjährigen Kalenders zeigt das Haus des Gastwirts Ludwig Rauschkolb (heute Clemens) und seine Bewohner in der Sackgasse im Jahr 1911. Auch die weiteren Motive stellen einen repräsentativen Querschnitt des dörflichen Lebens der letzten 100 Jahre dar. Hierzu zählen u. a. die Abschiedsfeier des Kindergartens 1937, Kinder beim Stabaus 1952, die Traubenlese im Weingut von Otto Nies 1954 und die Meistermannschaft der TSG Ober-Flörsheim in den frühen 1970er Jahren. Zwei winterliche Motive aus neuerer Zeit – der vereiste Brunnen am Sportplatz und das verschneite Kappesfeld – stammen von Conny Münch, die einem Aufruf des HuK im Internet nachkam, Fotos beizusteuern.
Nach der Bilderschau, bei der die Anwesenden die meisten der im Kalender gezeigten Personen identifizierten, plauderte man noch länger in gemütlicher Runde bei Wein und Knabberzeug.

Der Kalender wird auf dem Weihnachtsmarkt und in Ober-Flörsheimer Geschäften erhältlich sein.

Steinerne Zeugen der Vergangenheit – das Ende einer Odyssee

Eine Geburtstagsfeier der besonderen Art beging der Heimat- und Kulturverein Ober-Flörsheim am 9. Oktober in der evangelischen Kirche. Genau 300 Jahre ist es her, dass Amalie Charlotte Philippina Clotz im hessischen Grünberg geboren wurde. Sie heiratete den Hofrat Christian von Avemann in Königsberg bei Gießen und gebar ihm zahlreiche Kinder. 1770 kam Amalie als Witwe – gemeinsam mit ihrer ledigen blinden Schwester Sophia – in die Obhut ihrer Tochter Susanna nach Ober-Flörsheim, die mit dem Verwalter der dortigen Deutsch-Ordens-Kommende Julius Alefeld verheiratet war. 1793, kurz nach einem Gefecht, das bei Ober-Flörsheim zwischen österreichischen und französischen Truppen stattfand, verstarb die altersschwache „hochwohlgebohrne Frau Hofräthin“. Sophia hatte bereits vier Jahre zuvor das Zeitliche gesegnet. Beiden Frauen widmete die Familie Alefeld stattliche Grabmäler auf dem örtlichen Friedhof. Diese wurden bei dessen Neugestaltung in den 1970er Jahren entfernt, hierbei erheblich beschädigt und lagen zum Abtransport bereit. Zwei geschichtsbegeisterte Jugendliche, der 13jährige Helmut Schmahl und der 15 Jahre alte Daniel Wohlgemuth sorgten 1979 dafür, dass die historischen Steine nach Gundersheim in Sicherheit gebracht wurden. Vor zwei Jahren veranlasste der Heimat- und Kulturverein ihre aufwändige Renovierung und Rückkehr nach Ober-Flörsheim. Dort fanden sie an der evangelischen Kirche einen neuen würdigen Platz.

In einer Feierstunde wurden die beiden barocken Grabmäler und eine Hinweistafel der Öffentlichkeit vorgestellt. Nach einer Begrüßung durch Pfarrerin Andrea Beiner und einem Grußwort von VG-Bürgermeister Steffen Unger, der zugleich als Vorsitzender den Alzeyer Altertumsverein vertrat, berichtete der HuK-Vorsitzende Dr. Helmut Schmahl im ersten Teil der Veranstaltung über den Verlauf des ambitionierten Projekts, dessen Durchführung rund 8000 Euro kostete. Für die feierliche musikalische Umrahmung sorgten die Jagdhorngruppe der Kreisjägerschaft Alzey-Worms und Eva Bungert an der Orgel.

Anschließend begaben sich die rund 50 Anwesenden vor die Kirche. Vor den beiden Grabsteinen berichteten der Nachtwächter Franz Dirigo (Helmut Schmahl) und sein Sohn Jean (Philipp Seidel) in einer historischen Spielszene anschaulich über das Leben von Amalie von Avemann und Sophia Clotz sowie über die Flucht ihrer Verwandten vor französischen Revolutionstruppen kurz nach ihrem Tod. Auch das „Lied der freien Ober-Flörsheimer“, gaben die beiden zu Gehör.

Abschließend dankte Helmut Schmahl allen Mitwirkenden für ihre Hilfe bei der Durchführung des Projekts und der evangelischen Kirchengemeinde für die gute Kooperation. Bei Brezeln und Wein fand die Veranstaltung einen angenehmen Ausklang.

Einige Bilder von der Veranstaltung finden Sie im Fotoalbum.

Am kommenden Sonntag, den 9. Oktober 2016, findet um 15 Uhr vor der evangelischen Kirche Ober-Flörsheim die Vorstellung der neurestaurierten barocken Grabplatten statt.
GrabplattenAuf Initiative des Heimat- und Kulturvereins wurden im letzten Jahr zwei historische Grabdenkmäler an der Außenseite der evangelischen Kirche aufgestellt. Es handelt sich um bedeutende steinerne Zeugen der Geschichte der Deutsch-Ordens-Kommende Ober-Flörsheim.
Die Steine waren Amalia Charlotte Philippina von Avemann geborene Clotz (1716-1793) und ihrer Schwester Sophia Christina Mariana Clotz (1718-1789) gewidmet. Beide Frauen gehörten zur Familie des letzten Verwalters der Kommende, Heinrich Wilhelm Julius Alefeld, der hier von 1770 bis zu seiner Flucht vor den französischen Revolutionstruppen 1797 wirkte und mit seinen Verwandten im Herrenhaus in der Kommenturei (heute Bürgerhaus) wohnte.
Die beiden barocken Grabplatten wurden bei der Neugestaltung des Friedhofs in den 1970er Jahren entfernt und zerbrachen hierbei in mehrere Teile. Von Privatleuten wurden sie 1979 nach Gundersheim in Sicherheit gebracht.
Vor zwei Jahren beschloss der Heimat- und Kulturverein nach Absprache mit dem Besitzer ihre Rückführung nach Ober-Flörsheim und mit Genehmigung der evangelischen Kirchengemeinde ihre Aufstellung am jetzigen Ort. Im Oktober 2015 befestigte die Firma Balonier aus Osthofen, welche die Platten professionell restauriert hatte, sie auf einem Fundament an der jetzigen Stelle. -> Bilder von der Aufstellung der Grabplatten.

Während der Veranstaltung berichten Nachtwächter Franz Dirigo (Helmut Schmahl) und sein Sohn Jean (Philipp Seidel) anschaulich über das Leben der „hochwohlgebohrnen Frau Hofräthin“ Sophia und ihrer Schwester Amalia im turbulenten Zeitalter der Französischen Revolution. Anschließend wird eine Hinweistafel mit näheren Erläuterungen enthüllt. Für die musikalische Umrahmung sorgen Eva Knell an der Orgel und die Jagdhornbläser Alzey-Worms.
Bei Brezeln, Wein und anderen Getränken klingt das Treffen gemütlich aus. Der Eintritt ist frei.

Spürnasen auf historischer Spurensuche

„Was haben die Menschen früher gemacht, wenn es gebrannt hat?“ Dies war nur eine von vielen Fragen, denen die „Spürnasen“ der evangelischen Kindertagesstätte „Am rufenden Hahn“ unter Leitung von Anna Fruk bei einem historischen Spaziergang durch Ober-Flörsheim nachgingen.
Dr. Helmut Schmahl, Vorsitzender des Heimat- und Kulturvereins, erklärte den Kindern an der Weed in der Weedegasse, wie die Menschen vor 200 Jahren eine Kette von dem heute zugeschütteten Löschteich bis zum Brandort bildeten und mit Wasser gefüllte Eimer durchreichten. Weiterhin erfuhren die 5-6jährigen Mädchen und Jungen mehr über die Bedeutung der beiden am Waschbach gelegenen Mühlen, in denen bis vor 100 Jahren das Getreide des Dorfes gemahlen wurde.
Die nächste Station war der Walterplatz. Herr Schmahl erzählte vor dem Denkmal die Geschichte von Sebastian Walter, der wie viele andere Ober-Flörsheimer in der Hoffnung auf ein besseres Leben nach Amerika auswanderte. In der Münchgasse erkundeten die Spürnasen die zahlreichen Gebäude des historischen Münchhofs und stellten viele Fragen über den Alltag auf einem Bauernhof.
Nachdem die Neugier befriedigt war, wanderte man zurück zur KiTa. Dort bedankten sich die Kinder für die spannende Führung.


© Fotos: A.Fruk, H.Schmahl

Restaurierung des Waschbach-Brunnens

Aufmerksamen Ober-Flörsheimern dürfte es schon aufgefallen sein, dass der Brunnen an der Waschbach in neuem Glanz erstrahlt.
Durch die ehrenamtliche Tätigkeit der Mitglieder vom Heimat- und Kulturverein, organisiert von Hans-Jürgen Rudy und Benjamin Waluga, wurde der Brunnen wieder in einen ansehnlichen Zustand gebracht.
Bereits Anfang Juli machten sich die beiden ans Werk und wollten eigentlich nur den Brunnen neu anstreichen. Jedoch zeigten sich bei genauerer Betrachtung noch weitere Schäden am Brunnen. Da die handwerkliche Ehre der beiden keine halben Sachen zuließ, wurde die gesamte Brunnenanlage überholt. Das Mauerwerk außen wurde gereinigt und saniert, das Pflaster wieder hergestellt, zudem wurde die Innenseite des Brunnens komplett neu verputzt und gestrichen. Größere Schäden zeigten sich auch am Steigrohr und Auslauf. Der Zufall wollte es, dass Thomas Balz von der Fa. Haustechnik Balz in Flomborn vorbeifuhr, anhielt und bei der Verrohrung des Auslaufes mit Rat und Tat unterstützte. Die benötigten Teile spendete er den ehrenamtlichen Helfern. Anschließend wurde der Auslauf des Brunnens neu gestrichen und erstrahlt nun wieder in seiner ursprünglichen silbernen Farbe. St.N.
-> Bilder von der Restaurierung des Brunnens.

HuK stiftet Sandsteinbank in der Kommenturei

Sie hatte schon bessere Tage gesehen, die hölzerne runde Sitzbank an der Eiche in der Mitte der Kommenturei. Aufgrund ihres desolaten Zustandes regte Hans-Jürgen Rudy, Zweiter Vorsitzender des Heimat- und Kulturvereins Ober-Flörsheim, an, sie durch eine Sandsteinbank zu ersetzen. Nachdem der Vorstand die Übernahme der Kosten von rund 2000 Euro zugesagt hatte, erklärte sich HuK-Mitglied Benjamin Waluga, seines Zeichens Steinmetz, zur Hilfe bereit. Dank seiner handwerklichen Fähigkeiten und seines Fleißes gelang es ihm, pünktlich zur Kerb die Arbeit fertigzustellen. Eine künstlerisch gestaltete Tafel weist auf die Renovierung hin. An den warmen Kerbetagen nutzten zahlreiche Besucher die Möglichkeit, sich auf der neuen Bank im Schatten der Eiche auszuruhen. -> Bilder von der Renovierung der Sandsteinbank.

In einem feierlichen Festakt wurden beim Brückenfest am vergangenen Samstag die Straßenschilder des Pfarrer-Dr.-Bernhard-Wegs enthüllt. Mit einer Schautafel erinnerte der Heimat- und Kulturverein an die Kirchenrenovierungen zur Amtszeit des Namensgebers. Neben zahlreichen Bürgerinnen, Bürgern und Politikern nahm auch die Familie des Geehrten an der Veranstaltung teil.

Weitere Einzelheiten zum Brückenfest in der Allgemeinen Zeitung vom 13.06.2016

Anlässlich des Brückenfestes am Samstag, dem 11. Juni, findet ab 14 Uhr ein Festakt zu Ehren von Pfarrer Dr. Wolfgang Bernhard mit Enthüllung der neuen Straßenschilder am Schulweg statt. Unser Vorsitzender Dr. Helmut Schmahl hält die Laudatio.
Gegen 16 Uhr schließen sich Führungen durch die beiden Gemeinden an. Die Ortsführung durch Ober-Flörsheim übernimmt Dr. Helmut Schmahl.

Artikel zum Brückenfest in der Allgemeinen Zeitung vom 09.06.2016

Mitgliederversammlung des HuK Ober-Flörsheim

Eine Nachtwächterwanderung mit 120 Teilnehmern, ein Gesprächsabend zum Ende des Zweiten Weltkriegs, eine Exkursion nach Pfeddersheim, die Mitwirkung bei Dreharbeiten im Heimatmuseum im Auftrag des rheinland-pfälzischen Integrationsministeriums für eine virtuelle Sonderausstellung über „200 Jahre Rheinhessen“, die Restaurierung und Aufstellung barocker Grabplatten an der evangelischen Kirche – dies waren nur einige der Aktivitäten des Heimat- und Kulturvereins im letzten Jahr, die der Vorsitzende Dr. Helmut Schmahl auf der diesjährigen Mitgliederversammlung in seinem Rückblick Revue passieren ließ. … Weiterlesen ->